Muschg, Der weisse Freitag.
Der weisse Freitag. Erzählung vom Entgegenkommen.
| Info | München, Beck, 2017. 21 cm. 251 S. Geb. Zustand: gut. |
| Sprache | Deutsch |
| ISBN | 9783406706219 |
| CHF | 9,-- |
2838A. Mit Schutzumschlag.
Goethes zweite Schweizer Reise 1779 hätte gut die letzte des damals Dreissigjährigen sein können, und der „Werther“ sein einziges bekanntes Werk. Denn das Risiko einer neunstündigen Fusswanderung über die Furka im November durch Neuschnee war unberechenbar. Aber der frisch ernannte Geheimrat hatte es auf den kürzesten Weg zu seinem heiligen Berg, dem Gotthard, abgesehen, seinen acht Jahre jüngeren Landesfürsten Carl August mitgenommen und alle Warnungen in den Wind geschlagen. Adolf Muschg liest diesen 12. November, den „weissen Freitag“, die Wette Goethes mit seinem Schicksal, als Gegenstück zu Fausts Teufelswette und zugleich als Kommentar zum eigenen Fall eines gealterten Mannes, der mit einer Krebsdiagnose konfrontiert ist. Als Zeitgenosse weltweiter Flucht und Vertreibung und einer immer dichteren elektronischen Verwaltung des Lebens findet er gute Gründe, nach Vorhersagen, Warnungen und Versprechen in einer Geschichte zu suchen, die gar nicht vergangen ist.


